DSL-Projekt - Technologie
ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line)
wurde ursprünglich dazu entwickelt, um über die Telefonleitungen neben analogen Telefongesprächen parallel Video-Services (VoD, Video on Demand) zu transportieren. Es war vorgesehen, einen digital codierten (MPEG2) Videokanal mit ATM und ADSL als Transportmedium von einem Server zu einem Teilnehmer zu transportieren. Dafür war eine hohe Downstream-, aber nur eine geringe Upstreambandbreite notwendig.
Der Umstand, dass Video in hoher Qualität eine Bandbreite von 4-8 MBit erforderte (damals gab es noch kein DivX ;), schränkte den Kreis derer, die diesen Dienst nutzen konnten, stark ein, da die erzielbare Bandbreite mit steigender Länge der Teilnehmeranschlussleitung stark abnimmt. Zusammen mit dem Problem, dass das Geschäftsmodell, bei dem den teuren Investitionen (DSLAM, DSL-Modem, Settop-Box, Video-Server) nur die Einnahmen von VoD gegenüberstanden, sich nicht rechnete, kam die Verbreitung von ADSL nicht über einzelne Pilotprojekte hinaus. Das änderte sich erst, als das Internet populär wurde und Provider nach einer Möglichkeit suchten, Nutzer mit einer höheren Bandbreite als bei Einwahl möglich anzubinden. Die hohe Downstreambandbreite zusammen mit einem viel geringeren Upstream kam den grossen Carriern sehr entgegen, die mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Netzes die Nutzer in Verbraucher und Anbieter aufteilen wollten.
Die Standardisierung von ADSL zusammen mit einem Massenmarkt hat zu einer hohen Zahl von Anbietern und Varianten an ADSL-Modems (PCI, USB und Ethernet) sowie von DSLAMs geführt. Die Folge sind sehr niedrige Preise. Derzeit (Ende 2003) kostet ein ADSL Port in einem DSLAM ca. 250 Euro, tendenz stark sinkend, ein einfaches ADSL-Modem ca. 50-80 Euro. Mit ADSL sind Bandbreiten bis zu 8 MBit Down und 800 KBit Up möglich. Einige Modems mit neuerem Chipsatz erreichen bis zu 10 MBit Down und 1 MBit Up (s="+1"/2 Modus). Bei üblichen Telefonleitungen (0.4 mm) kann ADSL bis zu einer Leitungslänge von ca. 6 km eingesetzt werden.
SDSL (Symmetric Digital Subscriber Line)
symmetrische Datenübertragung mit bis zu 2.3 MBit. Übertragung über lange Strecken (8 km) möglich. Wird von den Carriern vorwiegend für "Business-Anschlüsse" eingesetzt. Durch nicht vollständige Standardisierung funktionieren meistens nur Geräte des selben Herstellers miteinander. Der viel kleinere Markt im Vergleich zu ADSL sowie eine kleinere Anzahl von Herstellern bei Endgeräten hat höhere Preise zur Folge: Ein Port im DSLAM kostet ca. 400 Euro, ein einfaches SDSL-Modem ist fuer ca. 400 Euro zu haben.
VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line)
ist das jüngste Mitglied in der DSL Familie. Diese Technik funktioniert nur bei einer kurzen Teilnehmeranschlussleitung (1000-1500m), erreicht dabei sehr hohe Bitraten (bis zu 52 MBit) und kann sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch betrieben werden. Durch die notwendige kurze Teilnehmeranschlussleitung kann mit VDSL nur ein kleiner Kreis der Teilnehmer im Anschlussbereich einer Vermittlungsstelle angeschlossen werden. Deshalb wird VDSL derzeit kaum eingesetzt.
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